#TeamEuropa-Tag in Köln mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Sven Lehmann

Am 18. Dezember 2023 nahmen rund 20 Schüler*innen der Europaschule Köln-Zollstock am #TeamEuropa-Tag im Kölner RheinEnergieSTADION teil. In angeregten, offenen Diskussionen sprachen die Jugendlichen darüber, was sie mit Europa verbinden, welche Veränderungen sie sich wünschen und welche Werte für sie von besonderer Bedeutung sind. Die Teilnehmer*innen genossen es sehr, sich außerhalb der Schule mit dem Thema Europa auseinanderzusetzen und tauschten sich offen und respektvoll über ihre Meinungen und Haltungen aus.

Dies spiegelte sich auch in der Wahl ihres wichtigsten Wertes wider: Fairness. Ihre Gedanken verewigten sie anschließend auf einer selbstgestalteten Figur. Der gemeinsame künstlerische Gestaltungprozess war ein Highlight des Vormittags.

Die darauffolgende Abendveranstaltung „Fußball verbindet: Für ein Europa der Vielfalt!“ wurde in Kooperation mit dem Kölner Fanprojekt anlässlich ihres 25jährigen Jubiläums in der 12. Mann Loge des RheinEnergieSTADION durchgeführt. Hier erhielten die Schüler*innen die Gelegenheit, ihre Arbeit vom Vormittag vorzustellen. Vor prominenten Gästen, wie Franziska Fey (Vorsitzende DFL-Stiftung), Alon Meyer (Präsident Makkabi Deutschland e.V.), Shary Reeves (Moderatorin und ehem. Fußballspielerin) und Steffen Simon (DFB-Mediendirektor „Öffentlichkeit und Fans“) durften sie den von ihnen ausgewählten Wert und ihre gestaltete Puppe präsentieren.

Zu Beginn der mit rund 100 Personen besuchten Veranstaltung kamen Sven Lehmann (Parlamentarischer Staatssekretär im BMFSFJ), Thomas Kessler (Leitung Lizenspielerabteilung 1.FC Köln) und Andreas Wolter (stellvertretender Bürgermeister von Köln) zu Wort und hoben die gesellschaftliche Relevanz der Arbeit von Lernort Stadion e.V. und des Kölner Fanprojekts hervor. Man müsse die UEFA EURO 2024 in Deutschland nutzen, um demokratische Werte, insbesondere auch an Jugendliche zu vermitteln. Zu oft nutzen Autokraten sportliche Großveranstaltungen um die Menschen mit ihren undemokratischen Vorstellungen zu instrumentalisieren, so Wolter.

Im Anschluss sprachen Fey, Meyer, Reeves und Simon in einer Gesprächsrunde über Vielfalt im Fußball und der Gesellschaft und betonten dabei die Relevanz des Kampfes gegen Rassismus sowie Antisemitismus für eine solidarische Gesellschaft.

Alon Meyer führte allen die Ausmaße antisemitischer Anfeindungen auf den Straßen und Sportplätzen hier im Lande vor Augen und stellte klar, dass die „Chill-Out-Zeit“ schon lange vorbei sei und man auch im Rahmen der UEFA EURO 2024 so viel wie möglich gegen antisemitistisches Gedankengut ankämpfen müsse. Bei dieser Gelegenheit wies er auch auf den Meldebutton für antisemitische Vorfälle hin.

Shary Reeves stimmte Meyer zu und ergänzte, dass die „oft zu leise, sehr positive Mehrheit der Deutschen“ nun zeigen muss, dass Deutschland für Vielfalt stehe und fügte hinzu: „Am Ende sind wir alle hinter der Liebe her“.

Auf die Frage, inwiefern die UEFA EURO 2024 die nachhaltigste EM aller Zeiten werden könnte, stellte Steffen Simon klar, dass man Nachhaltigkeit nicht nur auf Ökologie begrenzen dürfe, sondern auch die Menschenrechtsebene beachten müsse. Er bezeichnete die vielen deutschen Fanprojekte als wichtige Akteure im Einsatz für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft.

Franziska Fey zeigte sich stolz, mit der Förderung der Lernzentren von Lernort Stadion als „Leuchtturmprojekt“ Jugendlichen einen Raum bieten zu können, in dem sie frei und offen ihre Meinung äußern und in Diskussionen kommen können.

Emotionales Highlight war der Auftritt des Gebärdenchor St. Georg, musikalisch begleitet von Peter Worms und seiner Band.

Die Veranstaltung wurde moderiert von der Radiojournalistin Jana Schick, die den Abend mit einer PoetrySlam-Einlage eröffnete, sowie simultan durch Tobias Schacht in Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht.

© Thomas Heinen.

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