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Seit 2009 bringen wir politische Bildungsangebote niedrigschwellig für Jugendliche in Fußballstadien. In mittlerweile 23 Lernzentren haben wir seit Beginn unserer Arbeit schon über 70.000 junge Menschen mit unserem außerschulischen Angebot erreicht.

Im schönsten Klassenzimmer der Welt, dem Fußballstadion, erleben die Jugendlichen, in einer wertschätzenden Atmosphäre, dass ihre Meinung gefragt ist und es sich lohnt, sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft zu engagieren. Umgesetzt wird unser Angebot in Lernzentren in ganz Deutschland – im Umfeld der sozialpädagogischen Fanprojekte, Proficlubs und Stadien. Als Dachorganisation dieser Lernorte setzt sich Lernort Stadion e.V. seit 2014 für „Bildung am Ball“ ein.

Unsere inhaltlichen Themenschwerpunkte sind: Aufklärung und Mündigkeit, Teilhabe und Partizipation, Vielfalt und Nachhaltigkeit, Extremismus- und Gewaltprävention sowie Begegnung und sportliche Bildung.

Unsere Mission

Mit Hilfe ihrer Faszination für den Profifußball, wollen wir vor allem sozial benachteiligte Jugendliche darin unterstützen, aktiv an der Gesellschaft teilhaben zu können und ein Bewusstsein für demokratische Werte zu entwickeln. Wir setzen dabei auf die Stärken und individuellen Fähigkeiten der Jugendlichen und fördern eine kritische Auseinandersetzung mit eigenen Positionen, Gesellschaft und Politik.

Unsere Vision

Eine offene und vielfältige Gesellschaft, in der Jugendliche, unabhängig von ihrer Herkunft, ihres Geschlechts und ihrer Lebenslage die gleichen Chancen haben, sich aktiv zu beteiligen, politische Zusammenhänge ergründen und hinterfragen und so ein demokratisches Selbstbewusstsein entwickeln können.

Unsere Werte

Demokratisch

Unsere Angebote sind an einem breiten Politikbegriff ausgerichtet, der die Demokratie als Form des allgemeinen gesellschaftlichen Zusammenlebens hervorhebt. Demokratie betrifft uns täglich, in der Art wie wir leben, wie wir miteinander interagieren und welche Rechte wir haben. Oberste Maxime ist dabei immer: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Unser pädagogisches Grundverständnis der politischen Bildung leiten wir von den Grundsätzen des „Beutelsbacher Konsens“ und der „Frankfurter Erklärung. Für eine kritisch-emanzipatorische Politische Bildung“ ab. Wir positionieren uns klar pro-demokratisch im Sinne des Grundgesetzes und der Menschenrechte sowie pro-europäisch. So tragen wir parteipolitisch neutral zur Herausbildung mündiger Bürger*innen, politischer Selbstpositionierung und einer gemeinsamen demokratischen europäischen Identität bei.

Wertschätzend 

Alle Teilnehmenden und Mitarbeitenden werden unabhängig von ihrer Lebenslage und ihrem Hintergrund wertgeschätzt und ernstgenommen. Durch das gemeinsame partizipative Arbeiten mit aktivierenden Methoden und ohne Leistungsdruck sollen sich alle Jugendlichen niedrigschwellig, solidarisch und ohne Angst einbringen können. Wir respektieren die individuelle Einzigartigkeit aller Beteiligten und lehnen jede Form von Diskriminierung entschieden ab.

Verantwortungsbewusst

Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und versuchen die Teilnehmenden darin zu unterstützen ihrer demokratischen Eigenverantwortung nachkommen zu können, indem wir mit ihnen zusammen die Relevanz gesellschaftspolitischer Themen für ihren Alltag erarbeiten und gemeinsam Bedeutungsebenen entwickeln. Wir bestärken sie darin, eigene Positionen zu hinterfragen und neue Handlungsoptionen für sich zu erschließen. Die Mitarbeitenden in den Lernzentren sind für den anspruchs- und qualitätsvollen Ansatz bestens pädagogisch geschult, bilden sich fortlaufend weiter und orientieren sich an aktuellen Fachdiskursen.

Partizipativ

Neben den partizipativen Ansätzen in den Workshops beteiligen wir die Jugendlichen zunehmend an der Planung, Durchführung und Auswertung von Projekten. Um auch nachhaltig partizipativ agieren zu können, versuchen wir Jugendliche langfristig in unser Netzwerk einzubinden, um ihnen Räume der Selbstwirksamkeit zu schaffen und uns und unser Angebot so gemeinsam weiter zu entwickeln.

Wirkungsorientiert

Wir verstehen uns als wirkungsorientierte, lernende und selbstkritische Organisation, der es um eine positive gesellschaftliche Veränderung geht. 

Lernort Stadion in Zahlen

70.000+

Jugendliche haben seit 2009 von Lernort Stadion profitiert

93%

der Teilnehmer*innen würden Lernort Stadion weiterempfehlen

12.500+

Jugendliche besuchen die Lernorte pro Jahr

850+

Projekttage werden pro Jahr bundesweit angeboten

23

Stadien in ganz Deutschland verwandeln sich in Bildungsarenen

20+

Fortbildungs- und Netzwerk-veranstaltungen wurden seit 2009 durchgeführt

60+

Referent*innen aus interdisziplinären Berufsfeldern sind in den Lernzentren tätig

40+

unterschiedliche Module zu Themen wie Demokratie, Anti-Diskriminierung, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Inklusion, Fairplay oder Zivilcourage werden angeboten

17. Februar 2022
Tagung Hamburg (St. Pauli)

Tagung: Wie gelingt partizipative politische Bildung für Jugendliche und junge Erwachsene im Fußball?

Mehr erfahren

Der Ende 2020 erschienene 16. Kinder- und Jugendbericht betont die Relevanz demokratischer Bildung im Kindes- und Jugendalter im Kontext aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen, wie der Polarisierung der Gesellschaft oder dem Erstarken demokratiefeindlicher Positionen. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich der Bericht auch explizit mit der Rolle des Fußballs für Demokratiebildung und politische Bildung. Die prominente Stellung fußballbezogener Projekte geht mit der Feststellung einher, dass Fußball vom Bolzplatz über die Kreisklasse bis in die Bundesliga neben der reinen Betätigung auf dem Platz noch viel stärker als jede andere Sportart weitere gesellschaftliche Funktionen übernimmt. So wird sowohl die positive Rolle der Sportvereine als größte Träger der Kinder- und Jugendhilfe, in denen junge Menschen partizipieren können, als auch die sozialpädagogische und bildungsbezogene Arbeit der Fanprojekte und die niedrigschwelligen Angebote politischer Bildung im Lernort Stadion erwähnt.

Doch was kann außerschulische politische Bildung im Umfeld des (Profi-)Fußballs leisten? Ist sie geeignet, gerade als „politikfern“ bezeichnete und mitunter stigmatisierte Jugendliche und junge Erwachsene, im Rahmen einer erfahrungs- und bewegungsorientierten partizipativen Praxis für politische Themen zu erreichen und ihre politischen Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten zu erweitern? Kann sie mitunter sogar besser als die Schule dazu beitragen, dass insbesondere junge Menschen zur demokratischen Selbstbestimmung befähigt werden, gesellschaftliche Mitverantwortung erfahren und so „Demokratie erlernen“? Oder dient sie, wie manche Kritiker*innen mit Blick auf die Finanzierungsgrundlage bemängeln, in erster Linie Marketingzwecken eines zunehmend marktförmiger organisierten Eventbetriebes und weniger den pädagogischen Zielen?

Bisher ist es noch recht unklar, auf welchen gemeinsamen konzeptionellen Grundlagen sich explizit fußballbezogene Bildungsangebote stützen und inwiefern dort auch von jungen Menschen – wissenschaftlich evaluierbare – „demokratische Erfahrungen“ gemacht werden können. Damit geht mitunter eine theoretische und methodische Unklarheit über angemessene Ansprüche, Formen und Ziele für Akteur*innen der politischen Bildung im Fußball einher. Es gilt daher zu fragen, welche Rolle politische Bildungsangebote und –initiativen im Fußball, in einer sich immer schneller wandelnden und z.T. immer weiter politisch polarisierten Gesellschaft, bereits übernehmen oder zukünftig übernehmen können? Und, natürlich, wie sich das Verhältnis zwischen Bildungsträgern und Profivereinen und -strukturen aktuell und zukünftig darstellt?

Mit der Tagung möchten wir, im Millerntor-Stadion in Hamburg, einen Raum schaffen, um in den akademischen Diskurs um demokratische Partizipation und politische Bildung im Fußball und ihren potenziellen Gelingensbedingungen einzusteigen.

Zahlreiche Wissenschaftler*innen und Kolleg*innen aus der Praxis, die an Themen rund um demokratische und politische Bildung im Fußball arbeiten werden in mehreren Panels referieren. Die Themenblöcke sind Demokratie und Partizipation, Inklusion und Vielfalt, Erinnerungsarbeit und Politische Bildung und Demokratiebildung.

Begrüßung: Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker (Universität Hamburg) und Prof. Dr. Jochem Kotthaus (Fachhochschule Dortmund)

Keynotes: Frau Dr.in Helle Becker (Transferstelle Politische Bildung) und Prof. Dr. Alexander Wohnig (Universität Siegen)

Tagungsleitung: Birger Schmidt (Lernort Stadion), Markus Zwecker (Lernort Stadion), Fabian Fritz (BAM! Bildung am Millerntor)

Aufgrund der Pandemielage findet die Konferenz rein digital und kostenfrei via Zoom statt. 

 

Das finale Programm folgt nach Anmeldung.

Zugesagte Beiträge:

Dr. Karin Alberts / Tina Nobis / Ulrike Burrmann: Das Erleben von Zugehörigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationsgeschichte im vereinsorganisierten Fußball

Dr. Kristian Naglo: Differenzkonstruktionen und Normalitätserwartungen aus dem Innenraum des Fußballs: Erfahrungen und Reflexionen aus einem Lizenzkurs für Trainer:innen

Jana Runkel: Systematische Benachteiligung von Mädchen* im Fußball!

Dr. Thaya Vester: „Miteinander!-Fußball“

Jannis Albus: Gedenkstättenfahrten als körperliche Grenzerfahrungen

Pavel Brunsen: „Erinnern, um nicht zu vergessen“? Potentiale und Grenzen der Erinnerungsarbeit im Fußball

Gero Kopp: Geschichtsbewusstsein im (Profi-)Fußball – Chancen und Herausforderungen partizipativer Erinnerungsarbeit im Fußball

Antonia Hagemann: More than a game! Empowering young football fans to make a difference

Rudolph Meyer: Fußball im Kontext offener und aufsuchender Jugendarbeit – Ausschnitte einer Ethnographie

Simon Rettenmaier / Dominik Novkovic: Bolzplatzreflexionen: Zwischen Dreisatz, Deutsch und Demokratie! Demokratiefördernde Kinder- und Jugendarbeit am Praxisbeispiel Streetbolzer e.V. Kassel.

Julia Sandmann / Dr. Karin Alberts : Partizipative Konzeptentwicklung als Wissenschaft-Praxis-Dialog: Benefits und Herausforderungen

Ass.-Prof. Mag. Mag. Dr. Martin Haselwanter: Politische Bildung und der österreichische Fußball. Strukturierende, inhaltliche und demokratiepolitische Erkundungen

Uli Heinze / Thomas Gloy: Ein Verein für Alle – Darstellung und Reflexion eines Praxisprojektes der IVF Leipzig

Prof. Dr. Martin Nugel: Politische Bildung in Zeiten totaler Überwachung von Fußballfans

Jörg Reinhardt: Projekt Nachspielzeit  – Fußball im Fokus politischer Bildung

Wann?
17.02.2022 10:00 bis 17.02.2022 17:30 Uhr
Wo?
Digital (Zoom)
Wie?

Anmeldung für Zuhörer*innen bis zum 31. Januar 2022 unter: https://eveeno.com/lernortstadionsymposium